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Schuhgeschichten - Sagen, Rituale und mehr

Schuhe sind zwar eigentlich dazu da, die Füße vor Schmutz und auf der Straße liegenden Gegenständen zu schützen, aber das ist eben nur eine ihrer vielen Funktionen. Natürlich sind sie auch Modeobjekte und Ausdruck gesellschaftlichen Ansehens. In der Kulturgeschichte spielten Schuhe immer schon eine Hauptrolle als Wunder- oder Zauberträger. In erfundenen Geschichten und Mythen spielten Schuhe eine wichtige Rolle.
Sie waren dazu in der Lage, menschliche Fähigkeiten auf wundersame Weise zu vervielfachen, wie zum Beispiel in dem Hauffschen Märchen „Der kleine Muck“. Der zwergwüchsige Junge konnte in den Pantoffeln schneller laufen als jeder andere. Aschenputtel fand mit dem gläsernen Abendschuh den Mann ihrer Träume und „Die roten Schuhe“ symbolisieren auf tragische Weise, welche Auswirkungen Eitelkeit haben kann. Kurzum, Schuhe sind wie dazu geschaffen, Träume und Ängste der Menschen zu kanalisieren. Auch in unserer Zeit gibt es solche verrückten Schuh-Geschichten.
Das Jahr 2000 war die Geburtsstunde einer ungewöhnlichen Idee. Ein Pärchen ging wie so oft am Rhein spazieren als ihm auffiel, wie viele Schuhe an die Ufer angespült werden. Aus dieser Beobachtung entstand eine Datenbank für verlorene Schuhe. Die angeschwemmten Halb-, Tennis- Haus- und Sportschuhe werden an ihrem Fundort fotografiert und erhalten einen Namen. So sind in dieser Fundgrube bisher 1.000 „Adelbrechts“, „Elviras“ oder „Hans- Jürgens“ erfasst. Ob die Schuhe auch an ihre ehemaligen Besitzer zurückgegeben werden, ist aber nicht bekannt.
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